Lithiumchlorid – Hoffnungsschimmer, aber kein Wundermittel gegen die Varroa!

Großer Aufruhr vor der Zeit

Schnell machte es in allen Medien die Runde: Einfach, günstig und hochwirksam sei das neue Wundermittel Lithiumchlorid.

Viele Imker wollten es sofort ausprobieren.
Doch es handelt sich nicht um ein neues Medikament. Es wurde bisher weder ausreichend getestet, daher auch nicht zugelassen und ist schon gar nicht auf dem Markt erhältlich. Vielmehr handelt es sich nur um eine Substanz, die im Labor und bei der Behandlung von Kunstschwärmen vielversprechend erschien wie die wissenschaftliche Veröffentlichung aufzeigt. Im Wirtschaftsvolk wurde diese Behandlung noch nicht ausprobiert. Es ist also viel zu früh, um das Ende aller Varroa-Probleme auszurufen.
Weitere Versuche notwendig
Bevor Lithiumchlorid zur Varroa-Behandlung eingesetzt werden kann, müssen weitere Versuche klären, bei welcher Dosierung und Anwendungsart es tatsächlich gegen die Milbe eingesetzt werden kann. Wie bei jedem Medikament müssen auch Nebenwirkungen untersucht werden. Ein Zuviel kann nicht nur die Milben töten, sondern auch den Völkern schaden oder sie gar töten. Hinweise finden sich in der Patentschrift: In Mini-Plus-Beuten war die Wirkung wiederum gut, es traten jedoch Brutschäden auf, die über das „verträgliche“ Maß hinausgehen. Dies bedeutet nicht das Ende einer vielversprechenden neuen Substanz. Bevor man sie aber empfiehlt, sind weitere umfangreiche Versuche notwendig.
Die Entwicklung neuer Varroa-Behandlungsmethoden ist nicht so banal, wie es scheinen mag, wenn man das fertige Produkt in den Händen hält. Auch wenn es einige enttäuscht, dass das Wundermittel noch nicht zur Hand ist: Wir müssen abwarten! Falls in einigen Jahren ein Produkt mit Lithiumchlorid auf den Markt kommt, können wir es beruhigt anwenden. Wenn man sich dann an die Anweisungen des Beipackzettels hält, kann man sicher sein, dass man nicht gegen geltendes Recht verstößt und seinen Bienenvölkern nicht schadet.