Königinnen zusetzen

Der Zuchtkurs 2018 geht dem Ende zu.

Ein Illustre Gruppe hat sich getroffen um die ersten Schritte in der Königinnenzucht zu lernen. Viele Fragen tauchten auf. Eine davon betrifft das zusetzen der Königinnen.
Das zusetzen von Jungen Königinnen beinhaltet viele Facetten!

Mit oder ohne Begleitbienen?
Die Empfehlung, die Kö­nigin ohne Begleitbienen zuzusetzen, ent­stammt der Beobachtung, dass eine Köni­gin dann angenommen wird, wenn sie die Ammenbienen des neuen Volkes um Fut­ter anbettelt. Dieses Verhalten ist offenbar nicht so stark ausgeprägt, wenn sie bereits von Begleitbienen umsorgt wird. Dennoch kommen erfahrene Praktiker zu ganz an­deren Erkenntnissen. Den roten Faden vorweggenommen: Es kommt weniger auf die Begleitbienen an, als viel mehr auf die Qualität der Königin und die Qualität des zu beweiselnden Ablegers bzw. Volkes:
Bruno Binder-Köllhofer, Fachbera­ter für Imkerei
Nein, aus meiner Erfah­rung ist das Entfernen der Begleitbienen überhaupt nicht erforderlich! Seit Jahr­zehnten habe ich sie nicht mehr entnom­men, obwohl ich vielfach teure Prüfköni­ginnen eingeweiselt habe. Entscheidend ist die gute Vorbereitung des aufzunehmen­den Volkes und die Sicherheit, dass darin keine frei herumlaufende Königin, weder begattet noch unbegattet, vorhanden ist. Es darf keine Nachschaffungsmöglichkeit bestehen (mind. 5, besser 7 Tage weisellos), alle Nachschaffungszellen müssen gebro­chen und das Volk noch in guter Aufnah­mebereitschaft sein. Letzteres bedeutet, es darf sich nicht um einen üblen Stecher und auch nicht um ein sehr lange weisel­loses Volk handeln. Schon gar nicht dür­fen darin Afterweiseln, also eierlegende Arbeiterinnen vorhanden sein!
Dr. Frank Neumann aus Aulendorf: ,,Der Erfolg beim Zusetzen von jungen legenden Königinnen hängt wohl sehr viel mehr vom Volk ab, in das die Königin eingeweiselt wer­den soll, als von den Begleitbienen. Die meis­ten Imker lassen die Begleitbienen zuvor aus dem Käfig, sodass die Königin sofort direkt mit den Bienen im Volk Kontakt aufnehmen kann. Andere Erfahrungen zeigen, dass das Zusetzen ebenso gut geht mit Begleitbienen. Prinzipiell können sie also im Käfig bleiben, sie geben beim Futterkontakt mit den drau­ßen sitzenden Bienen das Königinnenphe­romon weiter in das Bienenvolk ab. Köni­ginnen erfolgreich einzuweiseln, setzt auch voraus, dem Volk gewisse Zeit zu lassen, sich an den „Duft“ der neuen Königin zu gewöh­nen, bevor sie den schützenden Käfig ins Volk verlassen darf. Man sollte den Futter­teigverschluss daher nicht zu früh freigeben‘.

Königin und Bienen müssen zueinander passen!
DirkAhrens, lmkermeister der Uni Würz­burg: ,,
Es ist egal, ob man die Königin mit oder ohne Begleitbienen zusetzt. Ob eine Einweiselung erfolgreich verläuft, liegt an den Bienen, die eine neue Königin bekom­men sollen, und an der Königin selbst.
Ich käme nie auf die Idee, eine unbegat­tete Königin in einen Ableger oder gar in ein Volk einzuweiseln. Eine unbegattete Königin hat dem neuen Volk nichts zu bieten! Dieses würde immer Nachschaffungen aus eigenen Larven bevorzugen. Selbst wenn die Brut komplett verdeckelt ist, schätze ich den Erfolg nur auf 50 %. Eine unbegattete Königin weiselt man daher in einen Kunstschwarm aus jungen Bienen, also in ein Begattungskästchen ein. Dagegen ist es kein Problem, in einen Ableger eine schlupfreife Zelle zu hängen, wenn er nicht länger als einen Tag weisellos war. Das kann auch mit der Nicot-Zweitschlupfzelle geschehen (siehe Bild), erfordert aber die Kontrolle, dass die Königin den dünnen Wachsdeckel öffnen kann, bevor sie verhungert. Eine begattete Königin mit Begleitbienen kann man – mit Risiko – direkt einem frisch entweiselten Volk zusetzen oder – mit geringem Risiko-, wenn das Volk sieben bis neun Tage weisellos war und alle Nachschaffungszellen ausgebrochen wurden. Beim direkten Zuset­zen sind Käfige mit großem Futterteigbehälter hilfreich, für den die Bienen drei bis vier Tage brauchen, bis sie zur Königin gelangen. Die Persönlichkeit einer Königin, ihr Pheromonbukett, ergibt sich aus der Legeleistung vor dem Umweiseln. Sie sollte zum zukünfti­gen Volk passen. Beispiele: Eine Königin aus dem Einwabenzucht­kasten (EWK) passt zu einem Fünf-Waben-Ableger, eine aus dem größeren, d. h. mit mehr Bienen besetzten Kieler Begattungskasten schafft es, eine ganze Zarge Bienen von sich zu überzeugen, wenn sie vor dem Versand etwa zwei Wochen in Eiablage war‘.‘

Die Königin muss sich durchsetzen!
Wulf-Ingo Lau, Fachberater in Niedersachsen: ,,Die Annahme­Quote von unbegatteten Königinnen ist immer schlechter als bei Verwendung begatteter Königinnen. Am Ende ist es daher günstiger, begattete Königinnen zu kaufen. Begattungsableger beweiselt man am elegantesten mit einer schlupfreifen Zelle, nicht mit bereits geschlüpften Königinnen (siehe oben). Gerade Ableger, die üblicherweise während der Sehwarmzeit gebildet werden, nehmen fremde, unbegattete Königinnen außerordent­lich schlecht an. Das geht nur gut, wenn kaum Flugbienen, also ältere Bienen, im Ableger sind, die Bienen also sehr jung sind. Das lässt sich auch an den natürlichen Vorgängen im Bienenvolk ableiten. Dort schlüpft eine junge Königin im Frühjahr in einem bereits geschwärmten Volk. Also, zu einem Zeitpunkt, wenn erst­mal wenige und fast nur junge Bienen vorhanden sind. Falls da­gegen schon wieder viele Bienen geschlüpft sind, bis eine junge fremde Königin das Licht der Welt erblickt, dann kommt sie erst aus der Ze11e, wenn sie für die Bienen stark wahrnehmbar und auch kampfbereit ist. Als unbegattete, also nicht vollwertige Königin hat sie es beson­ders schwer, eine große Anzahl Arbeits­bienen zusammenzuhalten und für sich zu gewinnen. Es kommt bei starkem Bie­nenzuwachs durch viel schlüpfende Brut zu einem weiteren Schwarm:•

Immer harmonische Begattungs-Einheiten erstellen
Wulf-lngo Lau, Fachberater in Nieder­sachsen: ,,Königinnen sollte man immer in harmonische Einheiten einweiseln – dies ge­lingt mit Kunstschwärmen unterschiedlicher Größe. Meist werden gekaufte Königinnen in Begattungskästchen eingesetzt. Die klei­nen Einheiten werden mit einer gehäuften Suppenkelle oder einem Joghurtbecher ein­genässter Jungbienen gewöhnlich aus Brut­scheunen gebildet. Die Königin lässt man einlaufen. Die Begattungskästchen kommen dann für drei Tage in Kellerhaft oder einen Kühlraum, bevor sie aufgestellt oder zur Be­legstelle transportiert werden.
Eine harmonische Volkseinheit lässt sich auch erstellen, indem man eine
un­begattete Königin samt Käfig und Be­gleitbienen in Kunstschwärme aus 700 bis 1000 Gramm Bienen einhängt – aus Brutscheunen oder von Brutwaben abge­stoßen. Die Kellerhaft des Kunstschwarms kann dann zwei bis drei Tage dauern: Er wird abends in die neue Beute eingeschla­gen. Die Königin sollte nicht auffliegen. Am besten legt man den Käfig leicht ge­öffnet in die gerade eingeschlagenen Bie­nen und schließt den Deckel.
Dabei spielen die Begleitbienen keine große Rol1e, wenn es nur drei bis fünfBie­nen sind. Entscheidend ist eher das Alter der Jungkönigin. Ist sie schon geschlechts­reif, gibt es eine weitere Schwierigkeit, da sie keine Schwester der sie umgeben­den Bienengruppe ist: Bis sie Mutter der ersten Bienen wird, sind die anderen alt und der Königin unter Umständen nicht wohlgesonnen. Ist das Auskommen ge­stört, gibt es in dieser Zeit noch Tenden­zen zum Umweiseln. Wer dennoch ohne Begleitbienen zuset­zen will, kann dies natürlich tun. Einige Versandkäfige habe eine Einrastfunktion: Wenn man den Schieber zurückzieht, ras­tet er in einer Position ein, die dem Durch­lass des Absperrgitters entspricht. Ist die Königin so groß, wie sie eigentlich sein sollte, kann sie nicht heraus, aber die Bie­nen passen durch. Grundsätzlich macht man im Freien solche Aktionen immer ohne Handschuhe und hat beide Hände und den Käfig im Schleier. So verhindert man, dass die Königin davonfliegt:‘

 

Aggressive Killerin» entpuppt sich als sanfte Riesin

Drei Hornissenstiche töten angeblich einen Menschen,

«Killer-Hornissen» aus Asien sollen die Honigbienen bedrohen.
Woher rühren solche Diffamierungen? Und wie funktioniert das Zusammenleben mit Hornissen?

Asiatische Hornisse

Wer ein Hornissennest im Garten hat, der sollte sich freuen. Zum einen für die Tiere: Sie haben die heikle Phase des Nestbaus überstanden. Die Königin muss nicht mehr ausfliegen. Sie kann sich dem Eierlegen widmen, umsorgt von ihren Töchtern, den bis im Herbst immer zahlreicher werdenden Arbeiterinnen. Zu Dutzenden fliegen sie aus und ein, füttern die Larven in ihren diversen Stadien, bauen am Nest, patrouillieren am Eingang. Zum anderen ist ein Hornissennest auch faszinierend für uns Menschen. Es ist toll, die Entwicklung eines Hornissenvolkes mitzuerleben.
Aber leben mit Hornissen im Garten, ist das nicht gefährlich? «Hornissen zählen zu den sanftmütigsten Faltenwespen. Nur bei Störungen im unmittelbaren Nestbereich reagieren sie empfindlich», sagt Andi Roost aus Neunkirch SH, Imker und Pionier des Hornissenschutzes in der Schweiz. Seit 26 Jahren begeistert er sich für Hornissen und ihre imposante Erscheinung. «Das Summen, die Grösse, die Farbe – was anderen Angst macht, hat mich sofort fasziniert», erinnert er sich an seine erste Begegnung mit «diesen majestätischen Tieren».

Europäische Hornisse
Europäische Hornisse

Der Stich von Honigbienen ist giftiger
Damals war er 16; Literatur über Hornissen war kaum vorhanden. Die ist allerdings heute noch spärlich; Geld für Hornissenforschung gibt es kaum. Denn anders als für Honigbienen interessiert sich kaum jemand für Hornissen und andere Wespen, von denen es in Europa Tausende Arten gibt: 18 soziale Faltenwespen, 230 solitäre Faltenwespen (Eumenidae), circa 700 Pflanzenwespen und über 8000 Schlupfwespenartige.
Vespa crabro, die Hornisse, zählt zu den grössten Arten (es gibt Pflanzenwespen, die noch grösser sind): Königinnen können 35, Arbeiterinnen 25 Millimeter gross werden. Es sind sanfte Riesen. «Schon ab zwei, drei Metern Entfernung vom Nest ziehen sie die Flucht dem Angriff vor. Sie sind sogar scheuer als Honigbienen», sagt Roost.
Zudem ist der Stich einer Honigbiene «giftiger» als der einer Hornisse: Versuche an Ratten und Mäusen zeigten, dass es 154 bis 180 Hornissenstiche pro Kilogramm Körpergewicht braucht, um 50 Prozent der Versuchs­tiere zu töten; das Gift der Honigbiene ist mit 40 Stichen pro Kilogramm deutlich wirksamer. Man schätzt, dass ein gesunder Erwachsener weit mehr als tausend Hornissenstiche auf einmal verkraftet. Doch so weit kann es nicht kommen: Selbst sehr grosse Völker umfassen meist 100 bis 700 Individuen und nur ein Teil davon verteidigt das Nest bei einer unmittelbaren Bedrohung.

Asiatische Hornisse 

Killer verkaufen sich
Wird man doch einmal von einer Hornisse oder einer anderen Wespe gestochen, ist ein ruhiger aber schneller Rückzug angesagt. Denn mit dem Stich werden Alarmpheromone freigesetzt, die stechbereite Artgenossen anlocken. «Zehn, zwanzig Meter vom Nest entfernt, lassen Hornissen aber ab vom Störenfried», versichert Roost, der bei der Umsiedlung von Nestern auch schon vereinzelt gestochen wurde. «Der Stich schmerzt etwas und anschliessend brennt es leicht. Kühlen lindert Schmerz und Schwellung aber rasch», sagt er. Eine reelle Gefahr bestehe lediglich für Allergiker.
Laut dem deutschen Wespenexperten Rolf Witt reagieren etwa drei bis fünf Prozent der Bevölkerung allergisch auf Bienen- oder Wes­pengift. «Eine schwere Allergie entwickelt sich erst nach mehreren Kontakten mit dem Allergen, also nach mehreren Stichen.» Gemäss Witt liegt das Todesrisiko mit 1:5 660 000 im Vergleich zu 1:7500 bei Autounfällen «im fast zu vernachlässigenden Bereich».
Wie konnte es trotz alldem zum miesen Ruf der Hornissen kommen? Vielleicht weil es bei uns keine Pfeilgiftfrösche, Rotrückenspinnen, Seewespen, Inlandtaipane und andere wirklich giftige Tiere gibt? Oder weil sich Artikel von «Killerhornissen» besser verkaufen? Denn glaubt man der Presse, müssen wir uns vor einer ganz besonders gefährlichen Hornisse in Acht nehmen, die sich gerade in Mitteleuropa breitmacht: «Killer-­Hornisse tötet heimische Biene» (20min.ch), «Angriff der Killerhornissen: Keine Chance für Honigbienen» (spiegel.de) – mit solchen Titeln wird über die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) berichtet.
Diese eingeschleppte Art hat sich innert einer Dekade in weiten Teilen Frankreichs ausgebreitet, ist letztes Jahr erstmals in Deutschland entdeckt worden (bei Karlsruhe) und wird (seit mehreren) Jahren auch in der Schweiz erwartet. Mit unguten Gefühlen. Die «Killerhornissen»-Presse berichtet von einer «rasend schnellen Ausbreitung» und einer neuen «Bedrohung für unsere Bienen». Besonders in Imkerkreisen ist man verunsichert.

Experten geben Entwarnung 
Rolf Witt beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema.
«(Bitte)Keine Panik!» lautet der Titel seines in deutschen Imkerzeitungen erschienen Artikels über die angeblichen Killerhornissen. «Gerade einer bereits aufkeimenden Angst oder gar unnötigen Panik unter der Imkerschaft gilt es sachlich zu begegnen, ohne dabei zu verharmlosen», schreibt er. «Die in Europa heimisch gewordene Asiatische Hornisse ist keine Bedrohung für die Bienen. Nur geschwächte Völker können stärker in Mitleidenschaft gezogen werden. Für den Menschen besteht sowieso keine Gefahr.» Wahrscheinlich wird Vespa velutina in den reisserischen Medienberichten mit der nicht in Europa vorkommenden, tatsächlich aggressiven Japanischen Hornisse Vespa mandarina verwechselt.
Die Asiatische Hornisse baut ihre bis zu einen Meter hohen und 80 Zentimeter breiten Nester in der Regel frei in den Kronen von Bäumen, meist in über zehn Meter Höhe. Bei dichter Belaubung sind sie kaum zu entdecken. Obwohl ein Volk aus mehreren Tausend Tieren bestehen kann, fällt es erst nach dem Laubfall im Herbst auf. Zur Aufzucht ihrer Larven erbeutet die Asiatische Hornisse – wie unsere Hornisse – vereinzelt Honigbienen. Für starke Bienenvölker, bei denen eine Königin bis zu 2000 Eier am Tag legt, ist das nicht relevant.
Auch mit Asiatischen Hornissen lässt sich gut zusammenleben. Die Mitglieder des Imkervereins Büchelberg können das bestätigen. Die ersten Asiatischen Hornissen Deutschlands nisteten im Eingang ihres Bienenhauses. «Das Volk verhielt sich sehr friedfertig», sagt Witt. «An den in unmittelbarer Nachbarschaft stehenden Honigbienenstöcken konnte die Art nie bei der Jagd beobachtet werden.» Sein pragmatischer Vorschlag: «Vespa velutina sollte schon jetzt als neuer Bestandteil der heimischen Fauna angesehen werden. Eine Ausrottung der Art ist nach den Erfahrungen aus Frankreich nicht möglich.

Drei neue Bienengifte im Anflug

 

Kaum wurde der Einsatz dreier bienenschädlicher Pestizide eingeschränkt, sind schon drei neue Bienengifte in der Pipeline.

Das «Umweltinstitut München» hat letzte Woche mit einem offenen Brief an das deutsche «Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, und nukleare Sicherheit» vor drei neuen Pestiziden mit den Wirkstoffen Cyantraniliprol, Sulfoxaflor und Flupyradifuron gewarnt, welche laut Plan der Pestizid-Industrie die drei bienenschädlichen Neonicotinoide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam ersetzen sollen.
Den Einsatz dieser drei Neonicotinoide hat die EU im Jahr 2013 eingeschränkt und wie üblich ist die Schweiz nachgezogen. Ende Februar 2018 hat die «Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit» (Efsa) das Risiko der drei Neonicotinoide für die Bienen Forschungsresultaten untermauert.

Hohes Risiko für Bienen nicht ausgeschlossen
Die drei neuen Bienengifte wurden 2015 und 2016 von der EU auf Druck der Pestizid-Lobby genehmigt, obwohl die Efsa in ihrem Bericht für den Wirkstoff Sulfoxaflor «ein hohes Risiko für Bienen» nicht ausschliessen konnte.
Seither geht es um die Bewilligung für konkrete Pestizid-Produkte in den einzelnen EU- Ländern. In Frankreich wurde die Zulassung der beiden Sulfoxaflor-haltigen Mittel mit den Namen «Transform» und «Closer» von «Dow Chemical» im November 2017 per Gerichtsentscheid ausgesetzt. «Dow Chemical» hat Berufung eingelegt.
Dass die neuen Bienengifte auch in Deutschland im Anflug sind, stützt das «Umweltinstitut München» auf die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Fraktion «Die Linke» vom 20. März 2018. Daraus geht hervor, «dass die Genehmigung eines Pestizids mit dem Wirkstoff Cyantraniliprol kurz bevorsteht und mindestens sechs weitere Zulassungsanträge gestellt wurden».

Bundesamt für Verbraucherschutz: «Hohe Bienentoxizität»
Das «Umweltinstitut München» verlangt in seinem offenen Brief, dass die neuen Bienengifte in Deutschland nicht zugelassen werden:
«Wenn es der Bundesregierung mit dem Schutz der Insekten ernst ist, muss sie ihren Worten Taten folgen lassen und insbesondere Pestiziden mit den Wirkstoffen Cyantraniliprol, Sulfoxaflor und Flupyradifuron die Zulassung in der Bundesrepublik verweigern.»
Laut «Umweltinstitut München» dürfen die Fehler, «die mit der Zulassung der Neonicotinoide gemacht wurden, sich jetzt mit neuen bienengefährlichen Pestiziden nicht wiederholen!»
Auch das deutsche «Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit» (BVL) warnte im Sommer 2017 in einer Empfehlung an die Landwirte vor «der hohen Bienentoxizität» des Pestizids Cyantraniliprol.

Kurt Marti / 15. Apr 2018

Weiterführende Informationen
DOSSIER: Bienen werden Opfer von Pestiziden

 

Bienen fliegen wieder

Weidenblüte wichtige Nahrung

Endlich ist es soweit: Die Bienen fliegen wieder.
Lang und kalt war der Winter, jetzt ist der Frühling endlich da und mit ihm werden auch die Bienenvölker wieder aktiv.
Man sieht sie schon an Winterling, Krokus und Schneeglöckchen emsig Pollen sammeln, um damit ihre Brut zu versorgen.
Die wichtigste Nahrung der Bienen im Frühjahr – die Weidenblüte lässt jedoch noch ein wenig auf sich warten.Weiden gehören zu den bekanntesten  Frühjahrsblühern in der erwachenden Natur. Wenn die Weidenkätzchen aufblühen, ziehen sie Hunderte von fleißigen Bienen an.
Blühende Weiden erwecken das Bienenvolk zu neuem Leben. Ihr Nektar liefert frische Energie für die Bienen und der Blütenpollen bietet wichtiges Eiweiß, um die junge Brut zu versorgen, die in den ersten warmen Frühlingstagen entsteht.
Eine gute und reichliche Weidenblüte ist deshalb die Grundlage für starke Völker im Frühjahr, die nicht nur Honig eintragen sollen, sondern vor allem in die Obstbaumblüte, die blühenden Beerensträucher, die gelben Rapsfelder und die bunten Wiesen fliegen.
Reicher Bienenflug bedeutet intensive Bestäubungstätigkeit und damit später reichen Frucht- und Samenansatz bei Kultur- und Wildpflanzen! Nur starke Völker können diesen für uns und die ganze Natur lebensnotwendigen Dienst leisten.
Weiden sind lebensnotwendig für die Bienenvölker im Frühjahr! Deshalb:

  • Weiden am Strauch blühen lassen – in der Vase bringen sie keinen Nutzen.
  • Den Rückschnitt bei Weiden in Gärten, öffentlichen Anlagen und in Hecken erst nach der Blüte vornehmen.
  • Abgeschnittene Weidenzweige lassen sich leicht als Steckling vermehren. Die Ruten auf 30 bis 50cm einkürzen und an einer feuchten Stelle in den Boden stecken. Die Weiden treiben in kürzester Zeit aus.
  • Weiden sind natürlicher Bestandteil von Fluss- und Bachufern, sie festigen die Böschung, schützen den Boden bei Überschwemmungen, bieten Lebensraum für viele Tiere, liefern den Bienen die erste wichtige Nahrung im Frühjahr, haben landschaftsgestaltende Funktion. Weiden verdienen deshalb unsere Aufmerksamkeit und unseren Schutz.
  • Neben Honigbienen sind auch einige Wildbienenarten auf das Nahrungsangebot der Weiden angewiesen. Auch für sie verbessert sich die Lebensqualität, wenn wir die Weiden schützen.

Vielleicht ist ja auch in Ihrem Garten noch Platz für einen Weidenstrauch.
Es gibt auch kleinwüchsige Weiden wie z.B. die Rosmarinweide  (Salix rosmarinifolia) oder die Blaugrüne Weide (Salix caesia), die beide nur ca.  1m hoch werden.

Noch viel mehr Informationen zu Weiden findet man hier