Die Vitalität der Honigbienen

Günter Friedmann: «Krankheiten und Schädlinge, Intensiv-Landwirtschaft und Bienendichte schaden der Vitalität der Bienen»
​Die Vitalität der Honigbienen ist das Stichwort für Günter Friedmann. Seit 1995 führt Friedmann in der Schwäbischen Alb mit über 600 Völkern die weltweit grösste Demeter-Imkerei. Der Pionier der ökologischen Imkerei hat unter anderem die Richtlinien der Demeter-Bienenhaltung mit entwickelt.
Unter den heutigen Umweltbedingungen «sind die Honigbienen grundsätzlich mangelernährt und könnten ohne Intervention des Imkers nicht überleben». Dieser schleichende Prozess ist gemäss Friedmann «viel gravierender, als direkte Vergiftungen durch Pestizide».
Dazu komme eine Bienendichte, die in Europa weit über das gesunde Mass hinaus gehe. Portugal, Ungarn und Griechenland haben mit 7 bis 10 Völkern pro Quadratkilometer die höchste Völkerdichte in Europa.

Bienendichte der deutschsprachigen Länder/Regionen

  • ​5,0 Bienenvölker pro Quadratkilometer im Südtirol
  • 4,7 Bienenvölker pro Quadratkilometer in der Schweiz
  • 3,8 Bienenvölker pro Quadratkilometer in Österreich
  • 1,9 Bienenvölker pro Quadratkilometer in Deutschland

​Zum Vergleich: Die Bienendichte in den USA, Argentinien und China – als grösste Honigproduzenten der Welt – liegt bei 0,3 bis 0,7 Bienenvölkern pro Quadratkilometer.
Dass die Schweiz «nur» 4,7 Bienenvölker pro Quadratkilometer zählt, verdankt sie den Gebirgskantonen Graubünden und Wallis. Wenn es nach den städtischen Agglomerationen gehen würde, wäre die Schweiz auf dem Niveau von Portugal, Ungarn und Griechenland. Im Kanton Basel-Stadt leben sogar 25,4 Bienenvölker pro Quadratkilometer.
«Bei unserer Bienendichte ist die Re-Infektionsrate der Varroa in den Bienenvölkern vier Mal höher, als bei einer idealen Bienendichte», erklärt Günter Friedmann. Dadurch entstehe eine ungesunde Selektion, bei der die Varroa-Milben stärker und die Honigbienen schwächer werden.

  • ​«Vitalität ist die Fähigkeit eines Bienenvolkes, über mehrere Generationen aus eigener Kraft einen Organismus aufzubauen und diesen aufrechtzuerhalten. Dieser Organismus wird von den Honigbienen immer wieder erneuert und rechtzeitig verjüngt, bevor die Kraft der Königin nachlässt und dies nicht mehr möglich wäre.»
  • «Vitalität ist die Fähigkeit eines Bienenvolkes, ein Ungleichgewicht (Krankheit, Schwächung) aus eigener Kraft in ein Gleichgewicht zurückzubringen.»

Äussere Faktoren wie Krankheiten und Schädlinge sowie die Intensiv-Landwirtschaft kann Friedmann nicht beeinflussen. Deshalb konzentriert er sich auf die Selektion. Zur Erhaltung der Vitalität seiner 600 Bienenvölker vermehrt Günter Friedmann nur aus dem eigenen Bestand und selektiert nach Charakter (nicht mit Sanftmut zu verwechseln), Bauleistung und Leistung.
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Gründungsversammlung

Am Freitag, 3. März 2017 fand die Gründungsversammlung im Hotel Alpenklub in Plaffeien statt.
Es waren insgesamt 27 Personen anwesend inkl. den Gründungsmitgliedern. Darunter befanden sich mit mir 9 JungimkerInnen, die im Sommer 2016 den Imkerkurs beendet haben.

Es war ein sehr interessanter und informativer Abend. Die Gründungsmitglieder waren sehr gut vorbereitet und haben viel Vorarbeit geleistet. Einige Weiterbildungen und die sogenannten Kummertage sind bereits geplant.
Ich bin sehr gespannt, was das Jahr mit dem neuen Verein so alles mit sich bringen wird und finde es sehr super, dass wir im Senseoberland jetzt auch einen Verein haben, und so alles in nächster Nähe ist. Ich freue mich auf jeden Fall, dabei sein zu können. Ich habe schon jetzt das Gefühl, als Jungimkerin gut aufgehoben zu sein. Dadurch, dass wir an diesem Abend die Leute persönlich kennengelernt haben, weiss ich, wer meine Kontaktpersonen sind, und an wen ich mich wenden kann bei Fragen.
Ich freue mich auf das kommende Imker-Jahr im neuen Verein.

Ganz liebe Grüsse
Tamara Aeby

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Werte Bienenfreunde

Geschätzte Imker und Interessierte

Im Dezember 2016 haben wir – 6 Imker im freiburgischen Sensebezirk, darunter Imker, Berater und Inspektoren – das Projekt, einen neuen lmkerverein zu gründen, in die Wege geleitet. Den Entscheid stützen wir auf das Bedürfnis der Imker in unserer Region, Unterstützung bei ihrer Imkerei in einem schwierigen Umfeld zu
erhalten. Die letzten Jahre mit ihren besonderen klimatischen Bedingungen waren für viele Imker eine grosse Herausforderung, besonders in Bezug auf praktische Fragen. Die verschiedenen Neuerungen in der Imkerei im letzten Jahr haben diese Unsicherheit noch verstärkt.

Unser Ziel, den neuen lmkerverein Bienenfreunde Senseland zu gründen, möchten wir vor Beginn der diesjährigen Bienensaison erreichen. Die Vorbereitungen sind nun so weit fortgeschritten, dass wir am 3. März 2017 die Gründungsversammlung in Plaffeien durchführen können.

Ziele und Zweck des neuen lmkervereins Bienenfreunde Senseland:
1. Das lmkerhandwerk und die lmkerpraxis sollen laufend verbessert werden.
2. Pro Jahr sollen mindestens 6-7 Anlässe als praxisbezogene Aus-und Weiterbildung organisiert werden
3. Die Kultur der offenen Bienenhäuser soll gepflegt werden.
4. Die Ausbildung soll auf die apiservice Merkblätter abgestützt werden und den Imkern umsetzbare, gewinnbringende Möglichkeiten aufzeigen.
5. Die Gesetze und Verordnungen sollen verständlich gemacht werden, damit sie auch umgesetzt werden können.
6. Eine Hilfestellung bei Problemen bei den Bienen nach dem Motto „je früher desto besser“ wird angestrebt.
7. Fördern der Zusammenarbeit mit dem kantonalen Lebensmittel- und Veterinäramt.

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